Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob „islamisch“ nicht eher abschreckt, und was überhaupt ein islamischer Roman ist. Tatsächlich habe ich den Begriff gewählt, damit der Leser weiß, dass er etwas über den Islam erfährt, aber eben in einer fiktiven Geschichte. Vielleicht hattet ihr schon immer mal Fragen, aber kennt niemanden, der sie euch beantworten könnte. Mit einem islamischen Roman erfolgt das quasi nebenbei.
Für jedes Buch wähle ich ein islamisches Thema, das ich näher beleuchte. Das reicht von der Sammlung des Qurans, dem Hadsch, Ramadan, Adab bis zur Totenwaschung. Hier kannst du dir einen ersten Eindruck verschaffen.
Was also sind die Gründe für einen islamischen Roman?
1. Unbewusst lernen
Islamische Romane ersetzen kein Sachbuch, sind aber eine wundervolle Ergänzung. Schon früher haben die Gefährten des Propheten Muhammads (s)* Wissen über Geschichten vermittelt. Oftmals kann man sich Sachverhalte leichter merken, wenn sie so spannend vermittelt werden, dass man selbst gar nicht merkt, wie man gerade etwas lernt.
Auch Themen, vor denen man eher zurückschreckt oder mit denen man sich nie beschäftigt hätte, lassen sich in eine Geschichte betten und können Lösungen anbieten. Deswegen liebe ich Ahadith. Es sind immer Erzählungen, die einen in die damalige Zeit förmlich hineinziehen und man versteht von allein, worum es geht. Wie beispielsweise die Begebenheit mit den Enkeln des Propheten Muhammads (s) Hasan und Hussein, die einen alten Mann sahen, der die Gebetwaschung nicht ganz korrekt durchführte und sie grübelten, wie sie es ihm sagen könnten, ohne ihn zu brüskieren. Merkt ihr, wie ihr jetzt unbedingt wissen wollt, wie sie es gemacht haben? Und wie sie es gemacht haben, ist übrigens immer noch eine Blaupause für konstruktive Kritik (die am schwierigsten zu geben ist) und gutes Benehmen (ihr merkt schon, ich liebe diese Geschichte 😍) .
Aber zurück zu Hasan und Hussein: Die beiden gingen zu dem alten Mann und erzählten ihm, dass sie sich nicht einigen konnten, wer von ihnen beiden die Gebetswaschung richtig machen würde. Sie baten ihn, ihr Schiedsrichter zu sein. Daraufhin vollführten sie die Gebetswaschung exakt gleich und der Mann verstand, was er falsch gemacht hatte …
2. Muslimische Repräsentation in Büchern
Bücher bieten die beste Möglichkeit über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich kann in mir unbekannte Länder reisen und muss dazu nicht mal meine Wohnung verlassen. Damit diese Welt noch ein wenig bunter wird, sind in islamischen Romanen die Helden Muslime und nehmen euch mit an Orte, die ihr vielleicht nur vom Hören kennt. Mir fällt beispielsweise schon gar nicht mehr auf, wie viele arabische Begriffe ich verwende (und damit meine ich nicht Kaffee, Algebra, Zucker usw.).
3. Lesen fördern
Das erste Wort, das zum Propheten Muhammad (s) hinabgesandt wurde, war „Iqra“ – „Lies“. Islamische Romane können das Interesse am Lesen fördern und verstärken. Die aufgegriffenen Themen geben einen Anreiz, sich mehr damit zu beschäftigen und somit noch mehr zu lesen und sich Wissen anzueignen. Vielleicht lest ihr sogar zusammen mit einer Freundin oder in einem Buchclub und beleuchtet Szenen von verschiedenen Blickwinkeln.
Überzeugt?
Mein größter Wunsch ist, dass meine Bücher inschallah einen Nutzen haben. Dass sie die Herzen meiner muslimischen Leser stärken und für alle Leser eine Quelle der Inspiration sind.
Wenn ihr jetzt Lust auf einen islamischen Roman habt, könnt ihr hier in meinen Büchern stöbern
* das „(s)“ bedeutet auf Deutsch „Friede und Segen seien auf ihm“ und ist ein Segenswunsch für den Propheten Muhammad